Hoffnung im weltlichen Humanismus

 

Hoffung im Humanismus
(c) Bernd Kasper / pixelio.de

Humanismus sollte dem mythischen Denken keine vollständige Absage erteilen, so der Autor. Denn Humanistinnen und Humanisten müssten auch Hoffnung im Alltag stiften können, was die reine Erkenntnis aber nicht könne.

Autor: Jan-Christian Petersen
Erschienen: 1/2019
Seiten: 3 Seiten

 

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3 Kommentare

  1. Ich bin ganz bei Jan-Christian Petersen, allerdings löst meiner Sicht nach sein im Text geäußertes Bild von Autorität ebenso wie der Hinweis auf das Thema „Angst“ (er spricht von „Furcht“) mehr argumentative Probleme aus als damit gelöst werden. Dies lässt sich mit der recht simplen Frage, ob denn „ein Beweis im Sinne von Vernunft“ (Seite 1) nicht auch in einem Verhältnis zu „Autorität“ stünde, zuspitzen. Beim Thema „Angst“ gerät Petersen ins Fahrwasser eines beliebten, vor allem durch Kulturgeschichtsschreibung geprägten Narrativ, welches sehr wesentlich durch den französische Historiker Jean Delumeau und sein Buch „La peur en Occident (XIVe–XVIIIe)“ (Delumeau 1985) geprägt worden ist. Seine These – äußerst verkürzt -umschreibt und schreibt einen Glauben der historischen Aufklärung, dass religiöse Ängste durch Vernunft gebannt werden können und gebannt worden sind und damit verschwanden. In der ein oder anderen Weise spuckt dieses Narrativ lange durch viele Arbeiten von Historiker_Innen, Philosoph_Innen und Kulturwissenschaftler_Innen. Die nicht-theologisch-geprägte Religionswissenschaft, meist in Form von vergleichender Religonswissenschaft, wie auch die Kulturwissenschaft hat dem entgegen eine Alternative vorgeschlagen. Als Beispiel verweise ich auf den Berliner Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme, der – freilich stark simplifizierend – betonte, „[i]n den Religionen ist dasjenige, was Angst macht, und dasjenige, was von ihr befreit, auf paradoxe Weise dasselbe“ (Böhme 2009, 176).

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    Hartmut Böhme: „Vom phobos zur Angst. Zur Transformations- und Kulturgeschichte der Angst“ in: Martin Harbsmeier und Sebastian Möckel (Hrsg.), Pathos, Affekt, Emotion. Transformationen der Antike, Frankfurt am Main 2009, 154–184.

    Jean Delmeau: Angst im Abendland, Reinbek bei Hamburg 1985.

    1. Das ist eine sehr anregende Antwort. Vielen Dank dafür. Ich möchte kurz einen Aspekt herausgreifen, und zwar die These, ob denn denn nicht zugespitzt ein Beweis im Sinne der Vernunft nicht auch in gewisser Weise autoritär wäre. Das scheint in der Tat der Fall zu sein, insbesondere dann, wenn von wissenschaftlichen Ergebnissen im Sinne der Vernunft die Rede ist. Der Glaube an einen Gott, aber auch die wissenschaftliche Erkenntnis teilen die folgende Qualität: Sie sind transzendent. Sie sind also nicht direkt, sondern nur durch Ableitungen greifbar. Im Gegensatz zu beiden steht die subjektive Erfahrungswirklichkeit. Nur diese ist dem Menschen wirklich immanent. Aus dieser schöpft er seine Welt. Das hat zur Folge, dass der Vernunftbegriff differenziert betrachtet werden muss. Im Sinne einer allgemeingültigen Wahrheit ist es die Wissenschaft, die unleugbare Gesetzmäßigkeiten festschreibt. Diese dürfen aber nicht als Diktat verstanden werden. Sie sind vielmehr ein Hintergrund für das tätige Leben. Das gesunde Zusammenleben selbst ist vielmehr durch einen Austausch von individuellen Erfahrungswirklichkeiten geprägt. Die Vernunft, die hier gilt, basiert auf einer Freiheit, sich jederzeit für die eine oder andere Sichtweise entscheiden zu können, und zwar zugunsten der Kommunikation, des Austauschs. Lebten alle Menschen (autoritär) nur nach wissenschaftlichen Wahrheiten, gäbe es keine menschliche Kultur.

      Ich möchte an dieser Stelle auf den neuen Extrablog verweisen. Dort findet sich ein Essay „Hinichtlich der praktischen Vernunft“. http://www.extrablog.org

  2. Begrenzt ist die menschliche Erkenntnis ( das ist dem Menschen zumutbar ) , aber fortlaufend gesteigert stiftet sie Hoffnung, jeden Tag Glück ohne Selbstbetrug .
    Aber wer kann mythisch denken und erblickt übernatürliche Zeichen ? Das sind die Esoteriker im HVD. Sie sitzen in falscher Toleranz am Tisch mit Theosophen und Anthroposophen. Ein geschichtlicher Bezug tut sich auf , die Linie der Vollrassisten
    Helena Blavatsky,Rudolf Steiner zu Alfred Rosenberg, Abgeordneter der NSDAP, Autor des
    Buches 1930 ,,Mythos des 20. Jahrhunderts ,, . Das könnte aktuell werden .
    Ich empfehle das Buch ,,Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus ,, von Nicolas
    Goodrick-Clarke . Norbert Horenk

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