Humanismus als Beruf

Das Studium der Humanistik in den Niederlanden.

21376903469_1f3506498b_k
Bildunterschrift

Im Zentrum der niederländischen Stadt Utrecht liegt seit 1989 die Universität für Humanistik, an der ein wissenschaftliches Studium der Humanistik möglich ist. Hervorgegangen ist die Universität aus einem Ausbildungsinstitut für Humanistische BeraterInnen, dem Humanistisch Opleidingsinstituut (HOI).

Humanistik ist ein staatlich anerkannter Studiengang, der, aufgegliedert in Bachelor- und Masterstudium, HumanistikerInnen ausbildet, die dann als Humanistische BeraterInnen, LebenskundelehrerInnen, TrainerInnen, Coaches, WissenschaftlerInnen und UnternehmensberaterInnen arbeiten. Im Studium wird neben den theoretischen auch auf praktische Kompetenzen Wert gelegt. Grundlage und Inspiration für alle Aspekte des Studiums sind humanistische Werte und ihre Diskussion.

Geschichte und Kontext

Die Entstehung der Universität für Humanistik ist im Kontext der Entwicklungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg zu verstehen, aus denen heraus sich ein institutionalisierter Humanismus bilden konnte.

Aus einer Bewegung um den Widerständler Jaap van Praag entstand der Wunsch, Menschen gegen den Einfluss von totalitären Massenbewegungen wie dem Nationalsozialismus geistig zu wappnen. Van Praags Annahme war, dass Menschen weniger Gefahr liefen, zu Mitläufern eines Terrorregimes zu werden, wenn man sie befähigen könnte, selbst kritisch zu denken. Diese Widerstandskraft des Geistes konnte seiner Meinung nach durch weltanschauliche Begleitung entstehen. Aufgrund der steigenden Zahl konfessionsloser Menschen befand er es für nötig, gerade diesem Teil der Bevölkerung eine Grundlage für eine ethische Orientierung zu bieten, da sie bisher im nach christlichen Konfessionen strukturierten Land noch wenig institutionelle Angebote vorfanden.

Aus diesen Überlegungen heraus entstand ab den 1950er Jahren unter dem Dach des Humanistischen Verbandes die Humanistische Beratung. Sie war als humanistische Parallele zur kirchlichen Seelsorge konzipiert und wurde vom Glauben an Selbstbestimmung und die Möglichkeit eines menschenwürdigen Lebens in jeglicher Lebenssituation getragen.

Nachdem die Tätigkeit zu Beginn von Ehrenamtlichen ausgeführt wurde, entstand in den 60er Jahren als Unterinstitut des Humanistischen Verbandes das Ausbildungsinstitut für hauptamtliche Humanistische BeraterInnen, das Humanistisch Opleidingsinstituut. Die zunächst dreijährige Ausbildung wurde von den Ministerien für Verteidigung und Justiz anerkannt und diente als Berechtigung für die Arbeit als Humanistische/r BeraterIn mit Soldaten und Gefangenen.

1967 kam die Lehrbefugnis für den Humanistischen Lebenskundeunterricht als Ausbildungsziel hinzu und 1980 wurde die inzwischen staatlich als Berufsausbildung anerkannte Ausbildung auf vier Jahre verlängert. Im Zuge der methodischen und theoretischen Weiterentwicklung des Berufs entstanden in den 80er Jahren Bestrebungen, die Ausbildung inhaltlich und formal auf akademisches Niveau zu bringen.

Um die Berechtigung dieses Zieles zu untermauern, beriefen HOI und der Humanistische Verband sich auf Gleichberechtigung mit den theologischen Studiengängen. 1986 beurteilte der damalige Bildungsminister die Anfrage positiv und nach mehrjähriger Prozedur entstand zum akademischen Jahr 1989/90 die Universität für Humanistik mit staatlicher Anerkennung und größtenteils staatlicher Finanzierung.

Inzwischen ist die Universität 26 Jahre alt, in ein anderes Gebäude umgezogen und auf aktuell rund 500 Studierende und circa 60 WissenschaftlerInnen gewachsen. Die Atmosphäre ist weiterhin gemütlich und informell und die Motivation unter Studierenden und Lehrenden hoch.

Im Vergleich zur übrigen Universitätslandschaft fällt die normative Ausrichtung von Forschung und Lehre als identitätsstiftend auf. Nach dieser historischen Übersicht über die Entstehung der Universität folgt in den nächsten Absätzen eine Beschreibung der Studiengänge.

Struktur und Inhalte

Die Universität für Humanistik bietet einen dreijährigen Bachelorstudiengang der Humanistik und einen ebenfalls drei Jahre langen Masterstudiengang an, jeweils mit dem Abschluss Bachelor bzw. Master of Arts. Alternativ ist es möglich, aufgrund eines anderen Studienabschlusses über einen einjährigen qualifizierenden „Premaster“ (45 ECTS) Zugang zum Masterstudiengang zu erhalten. Zusätzlich gibt es seit 2013 einen einjährigen berufspraktischen Masterstudiengang mit dem Titel „Zorgethiek en beleid“ – in etwa „Care-Ethik im Organisationskontext“.

Bachelor Humanistik

Der Bachelor besteht aus 180 europäischen Studienpunkten (ECTS), wovon 165 ECTS einem festgelegten Stundenplan folgen und 15 ECTS in frei wählbaren Veranstaltungen, auch anderer Universitäten und Studiengänge, zu belegen sind. Die Veranstaltungen gliedern sich in Vorlesungen, Projektarbeit und praktische Übungsveranstaltungen/Trainings auf. Abgeschlossen wird der Bachelor mit einer Bachelorarbeit im Umfang von 10 ECTS.

Sinngebung und Humanisierung

Die Inhalte des Bachelors sind anhand zweier „roter Fäden“ strukturiert: Sinngebung und Humanisierung. Diese thematischen Schwerpunkte werden beide aus verschiedensten disziplinären Perspektiven beleuchtet. So fließen sowohl die Geschichte des Humanismus und humanistischer Praxis mit ein als auch philosophische, psychologische, soziologische und religionswissenschaftliche Erkenntnisse und deren kritische Reflexion. Die Veranstaltungen machen zusammen 90 ECTS aus.

Unter dem Thema Sinngebung liegt der Schwerpunkt auf Fragen nach Sinn und der menschlichen Existenz. Dabei rücken verschiedene Themen in den Vordergrund wie z.B. Identität und Existenz oder das „gute Leben“. Gleichzeitig werden Theorie und Geschichte verschiedener Weltanschauungen kritisch betrachtet.

Der Begriff Humanisierung meint hingegen die (Un-)Möglichkeiten eines menschenwürdigen Lebens – sei es im Kontext der Gesellschaft, von Arbeit und Organisationen oder im globalen Kontext. Themen wie der Versorgungsstaat und Ethik im beruflichen Kontext fallen hierunter, ebenso Kosmopolitismus und Diversität.

Persönlichkeitsbildung

Ergänzt werden diese thematischen Linien von Trainings, die auf Persönlichkeitsentwicklung und Erweiterung der „Softskills“ zielen (22,5 ECTS über drei Jahre). Hierzu gehören unter dem Titel „Akademische und Arbeitsmarktorientierte Fähigkeiten“ Gruppendynamik, (Selbst-) Reflexion, Gesprächsführung, Präsentations- und Argumentationsfähigkeiten. Diese Veranstaltungen finden in kleinen Gruppen von 10 bis 15 Teilnehmenden statt, denn es ist essentiell, sich darin als Person einzubringen – hier geht es nicht um theoretisches Lernen, sondern um ein Kennenlernen der eigenen Person mit ihren Stärken und Potenzialen, ihren Wahrnehmungsmustern und Prägungen.

Das Studium ist auf diese Weise eine Kommunikationsschule der besonderen Art: über Selbsterfahrung, ähnlich wie in einer psychotherapeutischen Ausbildung, entwickeln sich die Studierenden dahingehend, bewusst kommunizieren zu können, und diese Fähigkeiten aus der eigenen Persönlichkeit heraus sowohl in beraterischen Einzelgesprächen als auch als ModeratorIn oder TrainerIn in Gruppen professionell einsetzen zu können.

Wissenschaftliche Methoden

Den dritten Bestandteil des Studienganges macht der wissenschaftsmethodische Teil des Curriculums aus. Über die drei Jahre des Bachelors hinweg beansprucht dieser 42,5 ECTS. Behandelt werden Theorie und Methoden sozialwissenschaftlicher Forschung, wobei der Schwerpunkt auf qualitativer Forschung liegt. Vertieft werden außerdem Kenntnisse in historischer, philosophischer und praxisorientierter Forschung und Ethik in Wissenschaft und Forschung.

Master Humanistik

Auch der Masterstudiengang hat einen Umfang von 180 ECTS und dauert drei Jahre. Seine Ziele und Inhalte orientieren sich an den Berufsfeldern, in denen HumanistikerInnen Arbeit finden: Humanistische Lebensberatung, Bildung (sowohl schulisch als außerschulisch), Organisationsberatung und -entwicklung sowie Forschung und Wissenschaft.

Wiederum ziehen sich Sinngebung und Humanisierung durch das Curriculum. Dabei geht es um aktuelle gesellschaftliche Fragen, die Konflikte auf diesen Gebieten thematisieren. Mit theoretischen Perspektiven aus Sozial- und Kulturpsychologie, Pädagogik, Sozial- und Politikwissenschaft, Theorien zu Religionen und Weltanschauungen, Ethik und Wissenschaftstheorie werden aktuelle Fragen analysiert und erforscht. Des Weiteren wird dieses theoretische Wissen mit Fähigkeiten des praktischen Humanismus verknüpft. Strukturierend wirken dabei drei Niveaus, auf denen die Arbeit stattfinden kann: individuell, mit Gruppen und auf Organisationsebene.

Mit „individuell“ sind vor allem Situationen im direkten Gesprächskontakt zu einer anderen Person gemeint. Kompetenzen auf diesem Gebiet sind essentiell im Feld der humanistischen Lebensberatung und werden auch im Master ausführlich in Gesprächsführungspraktika trainiert und reflektiert. Wissen über Gruppendynamik und Kompetenzen als GruppenleiterIn/TrainerIn können sowohl in der Humanistischen Lebensberatung als auch im Organisationsumfeld wichtig sein, am deutlichsten werden sie aber in Bildungskontexten gebraucht.

Auf Organisationsebene geht es ebenfalls um die Fähigkeit, gut kommunizieren zu können, außerdem eignen sich Studierende Wissen an über „Funktionsweisen“ von Gruppen und Organisationen und erproben Lösungsansätze für Blockaden in Kommunikation und strukturellen Abläufen.

Im Master stehen außerdem im ersten Jahr Geschichte und Aktualität humanistisch- weltanschaulicher Traditionen, im zweiten Jahr ein Praktikum (im Umfang von 22,5 ECTS) und im dritten Jahr die Masterarbeit (22,5 ECTS) sowie Forschungsmethoden zentral. Auch hier gibt es Wahlmöglichkeiten für weitere Module innerhalb und außerhalb der Universität für Humanistik (22,5 ECTS).

Berufsmöglichkeiten

AbsolventInnen der Humanistik sagen, dass das Besondere ihrer Qualifikation vor allem eine Haltung sei. So äußerte ein Absolvent, gefragt nach dem Wert seines Studiums: „Die Reflexivität, die ich hier gelernt habe, und der kritische Blick auf die Dinge; sich trauen, Fragen zu stellen. (…) Was ich im Vergleich zu meinen Kollegen häufig merke, ist, dass ich imstande bin, nicht so schnell zu urteilen, nicht gleich in Schubladen zu stecken.“ Jemand anderes ergänzt: „Ein guter Grund, Humanistik zu studieren, ist, dass man lernt, mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen“.

Mit dieser Haltung sind AbsolventInnen für Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen qualifiziert, die hierunter nacheinander vorgestellt werden.

Humanistische Beratung

Humanistische Beratung stellt in den Niederlanden eine humanistische Alternative zur religiösen Seelsorge dar und wird im Gesundheitswesen (z.B. in Krankenhäusern, Pflegeheimen, in der Psychiatrie), in Gefängnissen und beim Militär angeboten – ähnlich wie in Deutschland die kirchliche Seelsorge oder auch die Psychoonkologie. Außerdem gibt es Berufsmöglichkeiten als Vertrauensperson (z.B. an Hochschulen) oder Coach, sowohl angestellt als freiberuflich.

Humanistische BeraterInnen bieten Begleitung bei Lebensfragen, wie sie unter anderem rund um Verlusterfahrungen, neue Lebensabschnitte und ähnlich eingreifende Situationen entstehen. Es ist möglich, sich nach der Ausbildung parallel zur kirchlichen Bindung als Amtsträger des Humanistischen Verbandes anerkennen zu lassen und dann als Repräsentant des Verbandes den Beruf auszuüben. Genau wie andere SeelsorgerInnen haben humanistische BeraterInnen ein Berufsgeheimnis, das KlientInnen Schutz bietet.

Grundsätzlich werden alle Menschen beraten, unabhängig von ihrer weltanschaulichen Zugehörigkeit. Das Angebot wendet sich aber explizit an Menschen, die nicht religiös sind und dementsprechend ein seelsorgerliches Angebot suchen, innerhalb dessen sie nicht mit Ideen konfrontiert werden, die sich nicht mit ihrer eigenen Weltanschauung vereinbaren lassen. Auch von staatlicher und institutioneller Seite wird die Vielfalt der nebeneinander bestehenden Weltanschauungen in diesem Bereich als Wert gesehen – und davon werden humanistische bzw. religionslose Menschen nicht ausgeschlossen.

Im Unterschied zu psychologischer Beratung steht der Blick auf Sinn und Lebensorientierung im Mittelpunkt und spielen Diagnostik und Therapie keine Rolle.

Fragen, die an die Humanistische Beratung herangetragen werden und dort Raum finden können, sind im Gesundheitswesen beispielsweise „Warum trifft die Krankheit gerade mich?“ „Wie kann ich eine Haltung zum Sterben entwickeln?“ „Woher nehme ich die Kraft, um schwierige Zeiten durchzustehen?“ oder „Wer bin ich, wenn ich einen Teil meiner körperlichen oder geistigen Unabhängigkeit und Kraft verliere?“

Bildung

In der Bildung eröffnen sich Arbeitsmöglichkeiten überall dort, wo es um Identitätsbildung, Ethik, Weltanschauung und demokratisches Zusammenleben in globalen Strukturen geht. Eine Möglichkeit ist, über eine Zusatzqualifikation im schulischen Kontext im humanistischen Lebenskundeunterricht (humanistisch vormingsonderwijs) zu arbeiten, eine andere, an Hochschulen Praxisseminare zu Gruppendynamik, Ethik, Gesprächsführung oder Berufsidentität zu geben. Natürlich sind auch außerhalb des Schulkontextes Tätigkeiten als Trainer oder Coach denkbar und ist es möglich, im Hintergrund des schulischen Geschehens forschend oder konzeptionell zu arbeiten.

Forschung

In Forschung und Wissenschaft sind HumanistikerInnen auf allen für die Humanistik relevanten Feldern anzutreffen, vor allem in den Themenfeldern Weltanschauung und Religion in der heutigen Zeit. Arbeitgeber sind Hochschulen und Universitäten, Regierungsinstitutionen, politische Parteien und gesellschaftliche Institutionen, aber auch Medieneinrichtungen oder weltanschauliche Verbände.

An der Universität für Humanistik selbst gibt es im Moment drei Lehrstuhlgruppen zu folgenden Themengebieten und Unterthemen:

  1. Kulturelle Dynamik: Bildungsforschung, Bürgerschaft und Humanisierung des öffentlichen Sektors, Globalisierungsforschung;
  2. Pflege und Wohlfahrt: Humanistische Beratung, Care-Ethik;
  3. Grundlagen und Methoden: Humanistische Traditionen, sinnvoll leben, gut älter werden.

Unternehmensberatung

In der Unternehmensberatung haben HumanistikerInnen Wissen auf dem Gebiet von Organisationstheorien zu bieten, sowie einen kritischen Blick auf Management und Organisationen. Arbeitsmöglichkeiten ergeben sich in sämtlichen Kontexten, wo organisiert wird, bzw. wo organisierte Strukturen bestehen. Das kann als Berater sein, speziell wenn es um Begleitung im Umgang mit Fragen nach Sinn, Werten, Ethik oder Zusammenarbeit geht oder die Humanisierung (von Teilen) der Organisation befördert werden soll. Auch Tätigkeiten in der Organisationsforschung sind denkbar, ebenso wie eine Mitarbeit in der Entwicklung von Leitlinien und Organisationszielen.

Neben Firmen der freien Wirtschaft sind auch Nichtregierungsorganisationen oder öffentliche Träger mögliche Arbeitgeber, vor allem im Bereich der staatlichen Zuständigkeitsbereiche Pflege und Gesundheitswesen.

Vergleich mit Deutschland und Ausblick

Nach dieser Übersicht über das Humanistik-Studium und berufliche Einsatzfelder von HumanistikerInnen folgt nun als Abschluss noch einen Blick auf die Situation in Deutschland. Bisher gibt es hierzulande noch keine Möglichkeit, Humanistik zu studieren. Das soll allerdings nicht heißen, dass es nicht schon Möglichkeiten gibt, auf Basis einer humanistischen Ausbildung professionelle Arbeit zu verrichten.

In Berlin und Brandenburg sowie in Bayern stellt der Lebenskunde-Unterricht ein explizit humanistisch geprägtes Berufsfeld dar, das dem niederländischen „humanistisch vormingsonderwijs“ entspricht. Die Aus- und Weiterbildungsangebote des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg in Form eines viersemestrigen Ergänzungsstudiengangs sowie einer einjährigen berufspraktischen Weiterbildung bereiten (angehende) Lehrkräfte darauf vor. Des Weiteren und anders als in den Niederlanden, bildet in Berlin die Humanistische Fachschule für Sozialpädagogik seit 2012 staatlich geprüfte ErzieherInnen aus, von denen ein großer Teil anschließend in Kitas des Humanistischen Verbandes arbeitet.

Was die Humanistische Beratung betrifft, so gab es auf Projektbasis beim Humanistischen Verband in Berlin ein ehrenamtlich getragenes Angebot der humanistischen Beratung, das inzwischen abgeschlossen ist. Des Weiteren besteht ein Weiterbildungslehrgang in Systemischer Beratung, der um eine spezifisch humanistische Ausrichtung zu ergänzen wäre. Alternativ könnten Felder wie die Psychoonkologie in diesem Bereich Betätigungsfelder bieten.

Wenn wir auf den dritten Bereich, die Forschung, blicken, gibt es in Deutschland eine aktiv betriebene Humanismus-Forschung. Hiervon zeugen unter anderem die Schriftenreihen und die Online-Zeitschrift humanismus aktuell der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg und ein Humanismus-Kolloqium an der Freien Universität Berlin. Bisher steht allerdings noch kein eigenes Institut für Humanistik zur Verfügung.

Zu guter Letzt gibt es im Bereich Organisationsberatung und -entwicklung bisher noch keine humanistisch geprägten Aktivitäten oder Berufsmöglichkeiten.

Es ist zu wünschen, dass sich auch in Deutschland Humanistik als anerkannte Disziplin und berufliche Qualifizierung entwickeln kann. Vielleicht kann dabei die Universität für Humanistik in Utrecht als Kooperationspartner dienen und mit ihrer Geschichte Orientierung bieten.